Villa ten Hompel ist bei beiden Veranstaltungen vertreten

Aus Baumberger Kalksandstein, Glas und weiteren „sprechenden“ und regionalen Werkstoffen besteht der Alternative Westfälische Friedenspreis, der in Kürze erstmals im Rathaus verliehen wird und jetzt vom Künstler und Ideengeber Stefan Rosendahl der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Bei der Gelegenheit begrüßten Juliane Brüggemann und Rüdiger Sagel aus dem Vereinsvorstand als 100. Mitglied Stefan Querl aus der Villa ten Hompel im Verein für die Preisverleihung, die am Freitag, 25. September 2026, stattfinden wird. Am Donnerstag, 01. Oktober, möchte die unternehmensnahe Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. an den Friedensschluss von Münster und Osnabrück 1648 anknüpfen und ihren Westfälischen Friedenspreis an die NATO verleihen. Beide Auszeichnungen sorgen nicht nur im Münsterland für Debatten zur Sinngebung und zur Signalwirkung.

„Zwischen falsch und richtig gibt es einen Ort, an dem wir uns treffen“, zitiert in dem Zusammenhang der Leiter des Geschichtsortes den ehernen Grundsatz der gewaltfreien Kommunikation, der ihn bewogen habe, durch Beitritt mit seinem eigenen Geld für den Mitgliedsbeitrag den Alternativen Westfälischen Friedenspreis zu unterstützen. Das vor allem als pazifistisch geprägter Pastorensohn, der in einem evangelischen Pfarrhaus in Kalkar während des Kalten Krieges und der aufgeheizten Kernkraft-Debatten der 1970er und 1980er-Jahre aufwuchs. Beiwohnen werde er, betont der 52-Jährige, bewusst allerdings beiden Preisverleihungen, also am 25. September wie auch an dem 01. Oktober, weil er Margot Käßmann folge in der theologischen Einsicht, dass „Krieg nach Gottes Willen nicht sein darf“, aber andererseits eben „das Handeln von Soldatinnen und Soldaten auch segensreich und friedensbewusst“ sein könne. Diese massive Spannung und den ethischen Zwiespalt gelte es auszuhalten, denn mit Waffen Frieden zu schaffen, sei „keine Kunst“, sondern schlicht Abschreckung und damit politisch zu wenig. Die hohe Kunst der Diplomatie dagegen denke die Geschichts- und Grenzerfahrungen der Völker und Nationen stets sensibel mit. Daran tue Europa gut, auch die westliche Welt und die NATO.

Aus seiner Sicht sei es wertvoll und wichtig, dass die Stadt Münster sich völlig neutral verhalte, sich also nicht als „Schiedsrichterin“ im historisch-politischen Hadern um beide Preise sehe, sondern vielmehr als ein Ort des Dialoges, wie eben auch Osnabrück. Deshalb nehme Oberbürgermeister Tilman Fuchs ebenfalls an beiden Preisverleihungen teil und gewähre den verleihenden Institutionen großzügig Gastrecht, lobt das 100. Mitglied, das jedoch bei Weitem nicht das jüngst beigetretene Mitglied im Verein der Friedensbewegten ist: Fortlaufend treten Menschen bei und wollen auch die Alternativen Westfälischen Friedenspreise der nächsten Jahre unterstützen, um Nachhaltigkeit zu erzeugen.

Rüdiger Sagel und Juliane Brüggemann, beide imm Vorstand des Vereins für den Alternativen Westfälischen Friedenspreis, mit dem Künstler Stefan Rosendahl, der den Preis schuf, und Stefan Querl, 100. Mitglied und Teilnehmer an beiden Preisverleihungen im September und Oktober (v.l.n.r.).