75 Jahre Frieden und Freiheit

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Anlässlich der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 75 Jahren, veranstaltet die niederländische Stiftung Terug naar Westerbork in Kooperation mit dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund im kommenden Frühjahr zwei Radtouren, bei denen deutsche, niederländische und polnische Teilnehmer zusammen vom ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz bis zum ehemaligen Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden radeln werden.

Es sind für beide Touren noch Plätze frei, Anmeldungen sind noch bis zum 15. März möglich. Außerdem gibt es am 06. März in Breda ein kostenfreies Seminar zum Thema Die Zukunft von Frieden und Freiheit in Europa. Auch hier sind noch Plätze frei!

 

Forum am Donnerstag

Verweigerte Rückkehr

Frankenthals und ihre Nachbarn

Am Donnerstag, dem 13. Februar erzählt Ruth Frankenthal, die jüdische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e. V., ab 18 Uhr die Geschichte ihrer Familie:

„Als Hans und Ernst Frankenthal im Sommer 1945 nach Schmallenberg zurückkehrten, blickten sie auf eine geraubte Jugend zurück. Die Söhne eines jüdischen Viehhändlers waren mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert worden. Ihre Eltern wurden direkt nach der Ankunft ermordet. Die Brüder wurden als Zwangsarbeiter beim Aufbau des Buna-Werkes der I.G. Farben in Monowitz und in den unterirdischen Fabriken bei der V-2-Raketenproduktion im KZ-Dora-Mittelbau eingesetzt. Nach der Befreiung in Theresienstadt kehrten Hans und Ernst in ihre Heimatgemeinde zurück. Sie mussten die schmerzliche Erfahrung machen, dass niemand sich für ihre Geschichte und die Verfolgung und Ermordung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus interessierte: Verstocktes Schweigen und Desinteresse, Verdrängen oder Verleugnen waren weit verbreitet. Bis in die 1980er Jahre blieb das Erinnern an die Gräuel und Verbrechen der NS-Zeit in der Bundesrepublik die Sache einer kleinen Minderheit.“

Die Veranstaltung findet im Saal der Bezirksregierung Münster, Domplatz 1-3, in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e. V. statt.

Fotos aus Sobibor

Am Donnerstag, dem 06. Februar ist ab 19 Uhr Dr. Steffen Hänschen aus Berlin zu Gast in der Villa ten Hompel und gibt Einblicke in die Welt der Vernichtung.

Er gibt Einblicke in die wissenschaftliche Aufarbeitung der privaten Fotosammlung des NS-Täters Johann Niemann, der sowohl an den „Euthanasie“-Morden im Deutschen Reich in den Jahren 1940 und 1941 sowie an der „Aktion Reinhard“ in den Vernichtungslagern Belzec und Sobibor beteiligt war.

Dr. Hänschen ist Mitarbeiter des Bildungswerks Stanisław Hantz e. V., zu seinen Publikationen zählt „Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust“ (2018). Er ist Übersetzer des Bandes „Das Vernichtungslager Bełżec“ von Robert Kuwałek (2014).

Am Stand des Buchladens „Rosta“ können Bücher des Autors erworben werden, die Steffen Hänschen auf Wunsch signiert.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Münster e.V., Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalgruppe Münsterland e. V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e. V.