Station 26

Ort der Erinnerungskultur III

Villa ten Hompel, Kaiser-Wilhelm-Ring 28

»Wie soll ich damit umgehen?« O-Töne von Schülerinnen und Schülern nach einem Besuch in der Villa ten Hompel:

  • »Dieses Thema ist so unvorstellbar für mich. Unvorstellbar schwierig und groß.«
  • »Der letzte Witz zu den Freunden ist vielleicht noch nicht ganz zu Ende erzählt und plötzlich merkt man, wo man sich eigentlich befindet. Zitate von Holocaust-Opfern stehen an den Wänden. Fotos zeigen die Gräueltaten von SSOffizieren. Man weiß manchmal gar nicht, wo man hinschauen soll.«
  • »Will ich mir diese Informationstafel oder dieses Zeitzeugen-Interview überhaupt angucken? Oder habe ich zu große Angst davor, etwas zu erfahren, was mir nicht mehr aus dem Kopf geht?«
  • »Das Interesse daran, dieses Thema irgendwie verstehen zu wollen, ist groß. Man liest vielleicht die Geschichte einer deportierten Familie oder den Feldpostbrief eines Soldaten. Danach sind die meisten etwas erdrückt. Es ist auf einmal noch unvorstellbarer und unverständlicher geworden.«
  • »Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt: Wie konnte das passieren? Warum hat niemand etwas dagegen getan?«
  • »Einige müssen sich über etwas anderes unterhalten. Das Thema wechseln. Dieses
    bedrückende Gefühl ist ungewohnt. Man möchte gar nicht respektlos sein, aber kann auch nicht mehr weiter darüber nachdenken. Andere nehmen alles in sich auf. Stellen ganz viele Fragen und versuchen so, der Größe des Themas gerecht zu werden.«
  • »Nach dem Besuch weiß man mehr. Aber meistens fragt man sich immer noch: Wie soll ich damit umgehen? Und nimmt sich vor, öfter einen solchen Ort zu besuchen.«

Artikel über den Geschichtsort:Ins_Stolpern_kommen009Ins_Stolpern_kommen010.jpgIns_Stolpern_kommen011Ins_Stolpern_kommen012Ins_Stolpern_kommen013

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Quelle: Spieker,  Christoph, in: Archiv für Polizeigeschichte. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Polizeigeschichte e.V., Nr. 43, Heft2/2019

Mobim:

Seit Anfang Oktober 2008 hat die „Mobile Beratung im Regierungsbezirk Münster. Gegen Rechtsextremismus, für Demokratie“ (mobim) ihre Arbeit aufgenommen. Die Beratungseinrichtung ist an den Geschichtsort Villa ten Hompel angegliedert. mobim ist Teil eines bundesweiten Programms des Bundesfamilienministeriums zur Förderung von Beratungsstrukturen und -netzwerken gegen Rechtsextremismus und für Demokratie. Seit Mitte 2013 wird die Einrichtung zudem aus Mitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS) gefördert. Im Spannungsfeld zwischen nördlichem Ruhrgebiet und dem weitläufigen Münsterland reagiert die Mobile Beratung auf Erfahrungen mit Rechtsextremismus in der Region: Vordringliches Ziel ist es, die gesellschaftliche Handlungsfähigkeit gegenüber rechtsextremen Tendenzen zu stärken langfristig und nachhaltig zivilgesellschaftliches Engagement sowie die Herausbildung demokratischen Bewusstseins zu unterstützen. Die Mobile Beratung führt jährlich mehrere Dutzend Workshops und Seminare für unterschiedliche Zielgruppen durch, die beruflich, privat oder im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit mit Rechtsextremismus und Rassismus konfrontiert sind. Hierbei greift die Mobile Beratung auch auf die zahlreichen und langjährigen Erfahrungen mit unterschiedlichen Konzepten der historisch-politischen Bildung im Geschichtsort Villa ten Hompel zurück, ergänzt sie und entwickelt sie weiter.

 

Aktuelle Veranstaltungen:

Laden Sie hier das aktuelle Halbjahresprogramm des Geschichtsorts Villa ten Hompel herunter.

 

Gedenkbuch Münsterland:

VerfasserInnen eines Gedenkblatts recherchieren den Lebensweg eines Opfers der NS-Zeit und dokumentieren ihn in unterschiedlicher Form – z. B. als Bericht, als Brief, in Dialogform, als Tagebuch. Diese Lebensspuren werden im kontinuierlich wachsenden Gedenkbuch seit 2001 in dem Geschichtsort Villa ten Hompel gesammelt.