Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Annette Weinke (Jena)

„Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess in transnationaler und globaler Perspektive“

Die Geschichtsschreibung, oder genauer gesagt die Geschichtsschreibung der alten Bundesrepublik, hat die Nürnberger Prozesse lange unter dem Blickwinkel der Staatenbeziehungen betrachtet. Erst in den letzten Jahren hat sich, angestoßen durch kulturgeschichtliche Einflüsse in Historiographie und Völkerrechtswissenschaft, der Blick auf „Nürnberg“ spürbar gewandelt. Im Raum steht nicht mehr allein die Frage, aufgrund welcher Gerechtigkeitsvorstellungen und mit welchen Instrumenten in Nürnberg Recht gesprochen wurde. Verstärkt werden nun die unterschiedlichen ideengeschichtlichen, identitätspolitischen und geschichtskulturellen Voraussetzungen, unter denen dies geschah, in den Blick genommen. Der Vortrag gibt einen Überblick zur neueren „Nürnberg“-Forschung und ordnet das Ereignis in seine transnationalen und globalen Bezüge ein.

Prof. Dr. Annette Weinke ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und stellvertretende Leiterin des „Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts“.

Moderation: Peter Römer (Münster)

In Kooperation mit: Evangelisches Forum Münster, Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalarbeitsgruppe Münsterland e.V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V., LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Es gibt eine zusätzliche Live-Übertragung (Zoom). Der Zugangslink wird auf der Website der Villa ten Hompel veröffentlicht.

https://www.stadt-muenster.de//villa-ten-hompel/kalender#/-/detail/2913/16025/mittwochsgesprach-in-der-villa-ten-hompel