Rundgang zur Hausgeschichte
Imposante Industriellenvilla aus der Weimarer Republik, Machtzentrale der uniformierten Polizei in der NS-Zeit, danach Schauplatz der Entnazifizierung von Tätern sowie der Entscheidung über Ansprüche von Verfolgten: Das war die Villa ten Hompel im Lauf der Geschichte. Geschichte ist aber mehr als nur vergangene Ereignisse; ebenso gehören die mehr oder minder klaren Spuren dazu, in denen die Vergangenheit in der Gegenwart weiterlebt. Gewalt hat die Geschichte der Villa ten Hompel geprägt. Hier standen die Schreibtische jener NS-Beamten, die Polizisten ins besetzte Europa abkommandierten – zur Teilnahme an Massenmorden an JüdinnenJuden, Sinti und Roma*. Hier standen die Schreibtische jener Nachkriegsbeamtinnen, die nationalsozialistische Gewalttaten untersuchten und zugefügtes Unrecht entschädigen sollten. Gewissen bleibt eine Sache der einzelnen Person. Auch wer Gewalt auf staatliche Anordnung ausübt, muss sich fortan als Gewalttäterin im Spiegel anschauen und seine*ihre Handlungen vor dem eigenen Gewissen verantworten.
Uhrzeit: 15 Uhr
Dauer: 60 Minuten
Keine Anmeldung erforderlich
