Deutsch-polnisches Gedenkstättenforum nahm in Lublin seine Arbeit auf: Folgetreffen in Dresden und Danzig.
Im Beisein des deutschen Botschafters und des polnischen Kultusministers ist offiziell ein Gedenkstättenforum beider Länder gegründet worden. 40 binational geladene Fachleute und Kulturschaffende entwickelten über drei Tage eine erste leitende Handlungsstrategie für Forschungstransfers und Vertiefungen des Austausches der Länder. Unter ihnen war Stefan Querl als Leiter des Geschichtsortes Villa ten Hompel der Stadt Münster und Vize-Vorsitzender des Freundeskreises Münster-Lublin. Getagt wurde in Lublin, in der Universitäts- und Partnerstadt von Münster, zudem an den Erinnerungsorten zur berüchtigten „Aktion Reinhardt“ im Zweiten Weltkrieg während der Shoah; heute das Gebiet zwischen Polen und Belarus und der Ukraine am Grenzfluss Bug. Noch während des Kalten Krieges, in 1988, hatte Querl erstmals die Gedenkstätte Auschwitz im polnischen Oświęcim besucht. Der Zeithistoriker gestaltet seither regelmäßig Bildungs- und Begegnungsprojekte zwischen den beiden Ländern. Deren wechselvolle Grenz- und Leidenserfahrungen nicht nur im 20. Jahrhundert waren intensiv Thema des Forums, das im November im sächsischen Dresden und 2027 in Danzig/Gdańsk fortgesetzt werden solle, so Querl: „Trotz heftiger historischer Kontroversen den Konsens im Miteinander zu finden, ist die große Aufgabe. Die Herzlichkeit und Offenheit dafür waren auf beiden Seiten direkt positiv spürbar.“ Auch der Freundeskreis signalisierte über seine erste Vorsitzende, Joanna Harmus, Bereitschaft, sich an diesem Prozess der Vertrauensbildung zu beteiligen.
