Anna-Lena von Krenski aus dem FSJ Kultur in der Villa ten Hompel war dabei
Auch ein gemeinsamer Austausch über akute Sorgen hilft
Jugendbegegnung des Bundestages mit einem Programm auch in NS-Gedenkstätten: Anna-Lena von Krenski aus dem FSJ Kultur in der Villa ten Hompel berichtet von ihren Eindrücken.
Anna-Lena von Krenski, in diesem Jahr die Person aus dem Team der Villa ten Hompel im FSJ, Freiwilligen Sozialen Jahr Kultur, nahm an der internationalen Jugendbegegnung 2026 des Deutschen Bundestages teil. Hier berichtet sie von ihren Eindrücken:
„Im Fokus der diesjährigen Jugendbegegnung stand das Schicksal von Frauen und Kindern während des Holocausts. In den sechs Tagen hatte ich die Gelegenheit, mich mit etwa 70 anderen jungen Erwachsenen intensiv mit Themen der Gedenkstätte Ravensbrück auseinanderzusetzen und außerdem das Jüdische Museum und das NS-Dokumentationszentrum in Berlin zu besuchen. Der Austausch mit den anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen war sehr bereichernd, auch aufgrund der unterschiedlichen Hintergründe. Gemeinsam mit anderen jungen Erwachsenen aus Gedenkstättenkontexten über unsere Sorgen bezüglich Rechtstruck, ansteigendem Antisemitismus und Gefahren durch künstliche Intelligenz zu sprechen, war sehr hilfreich. Von den internationalen Jugendlichen habe ich mehr über aktuelle Perspektiven und politische Situation in deren Heimatländern erfahren. Und die Angebote der Teilnehmenden von Meet a Jew, wie die Hawdala-Zeremonie, waren ein echtes Highlight.
Als besonders bewegend werde ich die Zeitzeuginnen-Gespräche mit den Shoah-Überlebenden Emmie Arbel und Tova Friedman in Erinnerung behalten. Wir durften diese sehr unterschiedlichen, auf ihre jeweils eigene Art starken Persönlichkeiten kennenlernen. Das (Über-) Leben der beiden nach dem Holocaust, also ihren Kindheitsjahren, gestaltete sich sehr verschieden, der Umgang mit dem Erlebten ebenfalls. Diese Begegnungen haben mir noch einmal deutlich gemacht, wie viele individuelle Schicksale, wie viele unterschiedliche Umgangsformen es gibt. Sie sind bloß verbunden dadurch, dass sie gezwungen waren einen Umgang mit der Verfolgung und dem Leid, das ihnen vom NS-Regime, von den Täterinnen und Tätern, aufgezwungen wurde, zu finden. Und dann sind da noch so viele, die nie ein anderes Leben kennenlernen konnten als das von Leid und Mord. Denn 1,5 Millionen Kinder haben den Holocaust nicht überlebt. Ihnen widmet Tova Friedman ihre Arbeit.“


