Start am Samstag, 7. März, um 11 Uhr vor dem Wolfgang Borchert Theater, Am Mittelhafen 10 in Münster

Auf großes Interesse stößt ein Angebot am kommenden Samstag, 7. März, ab 11 Uhr per Fahrrad: Die Route führt zu historisch kontaminierten Stätten der NS-Zeit sowie zu Orten der jüngeren Zeitgeschichte wie dem „Kiepenkerl“ und kontrovers diskutierten Punkten: Wie etwa zu dem Tatort in Münster, an dem die trans* Person Malte C. während des Christopher Street Days 2022 angegriffen worden war, oder Plätzen, an denen die Pressefreiheit in Gefahr war. Es handelt sich um Orte im Stadtgebiet, die berühren oder zum Diskutieren anregen, und um Aspekte, die an dem Samstag vor dem Internationalen Frauentag bestehende Ungleichheit und Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft kritisch spiegeln.

„Westfalen, wo es weh tut“, lautet daher der Titel der offenen Tour, die Stefan Querl und Norbert Schücker aus dem Team in der Villa ten Hompel anbieten. Es handelt sich um eine Kooperation mit dem Förderverein des Hauses, mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub im Kreisverband Münsterland, mit „Gegen Vergessen Für Demokratie“ in der Region und mit dem Wolfgang Borchert Theater.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, wohl aber strikte Verkehrssicherheit, was die genutzten Leezen anbelangt: Geradelt wird auf eigene Gefahr, aber unterwegs auch so, dass auch Ungeübte oder Familien mit kleineren Kindern, Backfietsen oder mit Anhängern sicher mithalten und dass Neuzugezogene sich schnell orientieren können. Etwa 25 Kilometer werden insgesamt zurückgelegt. Einmalig gehört das Theater zu den Kooperationspartner*innen angesichts der jüdischen Geschichte des Flechtheim-Speichers, in dem es sich am Hafen befindet, und wegen seiner vielbeachteten aktuellen Produktion „Die Heimsuchung“, einer Fassung für die Bühne von Intendantin Tanja Weidner auf Grundlage des Romans von Jenny Erpenbeck.

Vor dem Theatereingang ist auch der Start- und Treffpunkt für die Hafen- und Innenstadt-Tour: Die Adresse lautet Am Mittelhafen 10 in Münster. Auf eigene Kosten sind während der drei Stunden unterwegs Verzehrpausen eingeplant. Das Angebot endet mit einem Rundgang durch den Geschichtsort Villa ten Hompel und einer Führung durch die Dauerausstellung „Geschichte Gewalt Gewissen“. Für Mitglieder der beteiligten Organisationen ist die Teilnahme der Tour frei. Andere zahlen 5 €, ermäßigt 3 €.

Norbert Schücker (l.) und Stefan Querl von der Villa ten Hompel bieten die Tour gemeinsam an und starten am Hafen: Auch ungeübte Fahrradfahrer*innen sind willkommen. (© Christoph Spieker)